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§ 0312 BGB

  • Weitergeleitet von „312 Abs. 3 BGB“
  • juristi.Redaktion
  • 11. Juli 2020 um 22:27
  • 18. Juni 2026 um 15:11
  • 2.028 mal gelesen
  • juristi.kon Fachbegriff
  • einfach erklärt
  • Anwendungsbereich

    (1) Die Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels sind auf Verbraucherverträge anzuwenden, bei denen sich der Verbraucher zu der Zahlung eines Preises verpflichtet.

    (1a) Die Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels sind auch auf Verbraucherverträge anzuwenden, bei denen der Verbraucher dem Unternehmer personenbezogene Daten bereitstellt oder sich hierzu verpflichtet. Dies gilt nicht, wenn der Unternehmer die vom Verbraucher bereitgestellten personenbezogenen Daten ausschließlich verarbeitet, um seine Leistungspflicht oder an ihn gestellte rechtliche Anforderungen zu erfüllen, und sie zu keinem anderen Zweck verarbeitet.

    (2) Von den Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels ist nur § 312a BGB (Abs. 1, 3, 4 und 6) auf folgende Verträge anzuwenden:

    1. Notariell beurkundete Verträge mit Ausnahme von Fernabsatzverträgen über Bankdienstleistungen sowie Dienstleistungen im Zusammenhang mit einer Kreditgewährung, Versicherung, Altersversorgung von Einzelpersonen, Geldanlage oder Zahlung (Finanzdienstleistungen); für Verträge, für die das Gesetz die notarielle Beurkundung des Vertrags oder einer Vertragserklärung nicht vorschreibt, gilt dies nur, wenn der Notar darüber belehrt, dass die Informationspflichten nach § 312d Abs. 1 BGB und das Widerrufsrecht nach § 312g Abs. 1 BGB entfallen,
    2. Verbraucherbauverträge nach § 650i Abs. 1 BGB,
    3. Verträge über den Bau von neuen Gebäuden oder erhebliche Umbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden,
    4. Verträge über soziale Dienstleistungen wie Kinderbetreuung oder Unterstützung von dauerhaft oder vorübergehend hilfsbedürftigen Familien oder Personen, einschließlich Langzeitpflege,
    5. Verträge über die Vermietung von Wohnraum,
    6. Verträge über Teilzeit-Wohnrechte, langfristige Urlaubsprodukte, Vermittlungen und Tauschsysteme nach den §§ 481 BGB bis 481b BGB,
    7. Behandlungsverträge nach § 630a BGB,
    8. Verträge über die Lieferung von Lebensmitteln, Getränken oder sonstigen Haushaltsgegenständen des täglichen Bedarfs, die am Wohnsitz, am Aufenthaltsort oder am Arbeitsplatz eines Verbrauchers von einem Unternehmer im Rahmen häufiger und regelmäßiger Fahrten geliefert werden,
    9. Verträge, die unter Verwendung von Warenautomaten und automatisierten Geschäftsräumen geschlossen werden,
    10. Verträge, die mit Betreibern von Telekommunikationsmitteln mit Hilfe öffentlicher Münz- und Kartentelefone zu deren Nutzung geschlossen werden,
    11. Verträge zur Nutzung einer einzelnen von einem Verbraucher hergestellten Telefon-, Internet- oder Telefaxverbindung,
    12. Außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge, bei denen die Leistung bei Abschluss der Verhandlungen sofort erbracht und bezahlt wird und das vom Verbraucher zu zahlende Entgelt 40 Euro nicht überschreitet, und
    13. Verträge über den Verkauf beweglicher Sachen auf Grund von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen oder anderen gerichtlichen Maßnahmen und
    14. Verträge über die Beförderung von Personen; hier findet auch § 312a Abs. 5 BGB Anwendung.

    (3) Auf Verträge über soziale Dienstleistungen (Absatz 2 Nummer 4) und auf Verträge über die Vermietung von Wohnraum (Absatz 2 Nummer 5) sind von den Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels zudem folgende Vorschriften anzuwenden:

    1. die §§ 312b BGB und 312c BGB hinsichtlich der dort geregelten Begriffsbestimmungen zu außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen und Fernabsatzverträgen,
    2. § 312d Abs. 1 BGB in Verbindung mit Art. 246a § 1 Abs. 2 und 3 EGBGB (des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche) über die Pflicht zur Information über das Widerrufsrecht,
    3. § 312g BGB über das Widerrufsrecht.

    Die in Satz 1 Nummer 1 bis 3 genannten Bestimmungen sind jedoch nicht auf die Begründung eines Mietverhältnisses über Wohnraum anzuwenden, wenn der Mieter die Wohnung zuvor besichtigt hat.

    (4) Auf Verträge über Versicherungen sowie auf Verträge über deren Vermittlung ist von den Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels nur § 312a Abs. 3 bis 6 BGB anzuwenden.

    (5) Bei Vertragsverhältnissen über Finanzdienstleistungen, die eine erstmalige Vereinbarung mit daran anschließenden aufeinanderfolgenden Vorgängen oder eine daran anschließende Reihe getrennter, in einem zeitlichen Zusammenhang stehender Vorgänge gleicher Art umfassen, sind die Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels nur auf die erste Vereinbarung anzuwenden. § 312a Abs. 5 BGB ist daneben auf jeden Vorgang anzuwenden. Wenn die in Satz 1 genannten Vorgänge ohne eine solche Vereinbarung aufeinanderfolgen, gelten die Vorschriften über Informationspflichten des Unternehmers nur für den ersten Vorgang. Findet jedoch länger als ein Jahr kein Vorgang der gleichen Art mehr statt, so gilt der nächste Vorgang als der erste Vorgang einer neuen Reihe im Sinne von Satz 3.

    (6) Auf Pauschalreiseverträge nach den §§ 651a BGB und 651c BGB sind von den Vorschriften dieses Untertitels nur § 312a Abs. 3 bis 6 BGB, die §§ 312i BGB, 312j Abs. 2 bis 5 BGB und § 312m BGB anzuwenden; diese Vorschriften finden auch Anwendung, wenn der Reisende kein Verbraucher ist. Ist der Reisende ein Verbraucher, ist auf Pauschalreiseverträge nach § 651a, die außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen worden sind, auch § 312g Abs. 1 BGB anzuwenden, es sei denn, die mündlichen Verhandlungen, auf denen der Vertragsschluss beruht, sind auf vorhergehende Bestellung des Verbrauchers geführt worden.

    Fassung ab 19. Jun 2026

    _______________________________

    Fassung bis einschl 18. Jun 2026

    (1) Die Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels sind auf Verbraucherverträge anzuwenden, bei denen sich der Verbraucher zu der Zahlung eines Preises verpflichtet.

    (1a) Die Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels sind auch auf Verbraucherverträge anzuwenden, bei denen der Verbraucher dem Unternehmer personenbezogene Daten bereitstellt oder sich hierzu verpflichtet. Dies gilt nicht, wenn der Unternehmer die vom Verbraucher bereitgestellten personenbezogenen Daten ausschließlich verarbeitet, um seine Leistungspflicht oder an ihn gestellte rechtliche Anforderungen zu erfüllen, und sie zu keinem anderen Zweck verarbeitet.

    (2) Von den Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels ist nur § 312a BGB (Abs. 1, 3, 4 und 6) auf folgende Verträge anzuwenden:

    1. notariell beurkundete Verträge
      • a) über Finanzdienstleistungen, die ausserhalb von Geschäftsräumen geschlossen werden,
      • b) die keine Verträge über Finanzdienstleistungen sind; für Verträge, für die das Gesetz die notarielle Beurkundung des Vertrags oder einer Vertragserklärung nicht vorschreibt, gilt dies nur, wenn der Notar darüber belehrt, dass die Informationspflichten nach § 312d Abs. 1 BGB und das Widerrufsrecht nach § 312g Abs. 1 BGB entfallen,
    2. Verbraucherbauverträge nach § 650i Abs. 1 BGB,
    3. Verträge über den Bau von neuen Gebäuden oder erhebliche Umbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden,
    4. (aufgehoben),
    5. (aufgehoben),
    6. Verträge über Teilzeit-Wohnrechte, langfristige Urlaubsprodukte, Vermittlungen und Tauschsysteme nach den §§ 481 BGB bis 481b BGB,
    7. Behandlungsverträge nach § 630a BGB,
    8. Verträge über die Lieferung von Lebensmitteln, Getränken oder sonstigen Haushaltsgegenständen des täglichen Bedarfs, die am Wohnsitz, am Aufenthaltsort oder am Arbeitsplatz eines Verbrauchers von einem Unternehmer im Rahmen häufiger und regelmäßiger Fahrten geliefert werden,
    9. Verträge, die unter Verwendung von Warenautomaten und automatisierten Geschäftsräumen geschlossen werden,
    10. Verträge, die mit Betreibern von Telekommunikationsmitteln mit Hilfe öffentlicher Münz- und Kartentelefone zu deren Nutzung geschlossen werden,
    11. Verträge zur Nutzung einer einzelnen von einem Verbraucher hergestellten Telefon-, Internet- oder Telefaxverbindung,
    12. außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge, bei denen die Leistung bei Abschluss der Verhandlungen sofort erbracht und bezahlt wird und das vom Verbraucher zu zahlende Entgelt 40 Euro nicht überschreitet, und
    13. Verträge über den Verkauf beweglicher Sachen auf Grund von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen oder anderen gerichtlichen Maßnahmen.

    (3) Auf Verträge über soziale Dienstleistungen, wie Kinderbetreuung oder Unterstützung von dauerhaft oder vorübergehend hilfsbedürftigen Familien oder Personen, einschließlich Langzeitpflege, sind von den Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels nur folgende anzuwenden:

    1. die Definitionen der außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträge und der Fernabsatzverträge nach den §§ 312b BGB und 312c BGB,
    2. § 312a Abs. 1 BGB über die Pflicht zur Offenlegung bei Telefonanrufen,
    3. § 312a Abs. 3 BGB über die Wirksamkeit der Vereinbarung, die auf eine über das vereinbarte Entgelt für die Hauptleistung hinausgehende Zahlung gerichtet ist,
    4. § 312a Abs. 4 BGB über die Wirksamkeit der Vereinbarung eines Entgelts für die Nutzung von Zahlungsmitteln,
    5. § 312a Abs. 6 BGB,
    6. § 312d Abs. 1 BGB in Verbindung mit Art. 246a § 1 Abs. 2 und 3 EGBGB (des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche) über die Pflicht zur Information über das Widerrufsrecht und
    7. § 312g BGB über das Widerrufsrecht.

    (4) Auf Verträge über die Vermietung von Wohnraum sind von den Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels nur die in Absatz 3 Nummer 1 bis 7 genannten Bestimmungen anzuwenden. Die in Absatz 3 Nummer 1, 6 und 7 genannten Bestimmungen sind jedoch nicht auf die Begründung eines Mietverhältnisses über Wohnraum anzuwenden, wenn der Mieter die Wohnung zuvor besichtigt hat.

    (5) Bei Vertragsverhältnissen über Bankdienstleistungen sowie Dienstleistungen im Zusammenhang mit einer Kreditgewährung, Versicherung, Altersversorgung von Einzelpersonen, Geldanlage oder Zahlung (Finanzdienstleistungen), die eine erstmalige Vereinbarung mit daran anschließenden aufeinanderfolgenden Vorgängen oder eine daran anschließende Reihe getrennter, in einem zeitlichen Zusammenhang stehender Vorgänge gleicher Art umfassen, sind die Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels nur auf die erste Vereinbarung anzuwenden. § 312a BGB (Abs. 1, 3, 4 und 6) ist daneben auf jeden Vorgang anzuwenden. Wenn die in Satz 1 genannten Vorgänge ohne eine solche Vereinbarung aufeinanderfolgen, gelten die Vorschriften über Informationspflichten des Unternehmers nur für den ersten Vorgang. Findet jedoch länger als ein Jahr kein Vorgang der gleichen Art mehr statt, so gilt der nächste Vorgang als der erste Vorgang einer neuen Reihe im Sinne von Satz 3.

    (6) Von den Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels ist auf Verträge über Versicherungen sowie auf Verträge über deren Vermittlung nur § 312a BGB (Abs. 3, 4 und 6) anzuwenden.

    (7) Auf Pauschalreiseverträge nach den §§ 651a BGB und 651c BGB sind von den Vorschriften dieses Untertitels nur § 312a Abs. 3 bis 6 BGB, die §§ 312i BGB, 312j Abs. 2 bis 5 BGB und § 312m BGB anzuwenden; diese Vorschriften finden auch Anwendung, wenn der Reisende kein Verbraucher ist. Ist der Reisende ein Verbraucher, ist auf Pauschalreiseverträge nach § 651a BGB, die außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen worden sind, auch § 312g Abs. 1 BGB anzuwenden, es sei denn, die mündlichen Verhandlungen, auf denen der Vertragsschluss beruht, sind auf vorhergehende Bestellung des Verbrauchers geführt worden.

    (8) Auf Verträge über die Beförderung von Personen ist von den Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels nur § 312a Abs. 1 und 3 bis 6 BGB anzuwenden.

    _______________________________

    Fassung bis einschl 30. Jun 2022

    (1) - (6) ...

    (7) Auf Pauschalreiseverträge nach den §§ 651a BGB und 651c BGB sind von den Vorschriften dieses Untertitels nur § 312a Abs. 3 bis 6 BGB, die §§ 312i BGB, 312j Abs. 2 bis 5 BGB und § 312l BGB anzuwenden; diese Vorschriften finden auch Anwendung, wenn der Reisende kein Verbraucher ist. Ist der Reisende ein Verbraucher, ist auf Pauschalreiseverträge nach § 651a BGB, die außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen worden sind, auch § 312g Abs. 1 BGB anzuwenden, es sei denn, die mündlichen Verhandlungen, auf denen der Vertragsschluss beruht, sind auf vorhergehende Bestellung des Verbrauchers geführt worden.

    (8) ...

    ___________________________________

    Fassung bis einschl 27. Mai 2022

    (1) Die Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels sind auf Verbraucherverträge anzuwenden, bei denen sich der Verbraucher zu der Zahlung eines Preises verpflichtet.

    (1a) Die Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels sind auch auf Verbraucherverträge anzuwenden, bei denen der Verbraucher dem Unternehmer personenbezogene Daten bereitstellt oder sich hierzu verpflichtet. Dies gilt nicht, wenn der Unternehmer die vom Verbraucher bereitgestellten personenbezogenen Daten ausschließlich verarbeitet, um seine Leistungspflicht oder an ihn gestellte rechtliche Anforderungen zu erfüllen, und sie zu keinem anderen Zweck verarbeitet.

    (2) Von den Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels ist nur § 312a BGB (Abs. 1, 3, 4 und 6) auf folgende Verträge anzuwenden:

    1. notariell beurkundete Verträge
      • a) über Finanzdienstleistungen, die ausserhalb von Geschäftsräumen geschlossen werden,
      • b) die keine Verträge über Finanzdienstleistungen sind; für Verträge, für die das Gesetz die notarielle Beurkundung des Vertrags oder einer Vertragserklärung nicht vorschreibt, gilt dies nur, wenn der Notar darüber belehrt, dass die Informationspflichten nach § 312d Abs. 1 BGB und das Widerrufsrecht nach § 312g Abs. 1 BGB entfallen,
    2. Verbraucherbauverträge nach § 650i Abs. 1 BGB,
    3. Verträge über den Bau von neuen Gebäuden oder erhebliche Umbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden,
    4. (aufgehoben)
    5. Verträge über die Beförderung von Personen,
    6. Verträge über Teilzeit-Wohnrechte, langfristige Urlaubsprodukte, Vermittlungen und Tauschsysteme nach den §§ 481 BGB bis 481b BGB,
    7. Behandlungsverträge nach § 630a BGB,
    8. Verträge über die Lieferung von Lebensmitteln, Getränken oder sonstigen Haushaltsgegenständen des täglichen Bedarfs, die am Wohnsitz, am Aufenthaltsort oder am Arbeitsplatz eines Verbrauchers von einem Unternehmer im Rahmen häufiger und regelmäßiger Fahrten geliefert werden,
    9. Verträge, die unter Verwendung von Warenautomaten und automatisierten Geschäftsräumen geschlossen werden,
    10. Verträge, die mit Betreibern von Telekommunikationsmitteln mit Hilfe öffentlicher Münz- und Kartentelefone zu deren Nutzung geschlossen werden,
    11. Verträge zur Nutzung einer einzelnen von einem Verbraucher hergestellten Telefon-, Internet- oder Telefaxverbindung,
    12. außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge, bei denen die Leistung bei Abschluss der Verhandlungen sofort erbracht und bezahlt wird und das vom Verbraucher zu zahlende Entgelt 40 Euro nicht überschreitet, und
    13. Verträge über den Verkauf beweglicher Sachen auf Grund von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen oder anderen gerichtlichen Maßnahmen.

    (3) Auf Verträge über soziale Dienstleistungen, wie Kinderbetreuung oder Unterstützung von dauerhaft oder vorübergehend hilfsbedürftigen Familien oder Personen, einschließlich Langzeitpflege, sind von den Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels nur folgende anzuwenden:

    1. die Definitionen der außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträge und der Fernabsatzverträge nach den §§ 312b BGB und 312c BGB,
    2. § 312a Abs. 1 BGB über die Pflicht zur Offenlegung bei Telefonanrufen,
    3. § 312a Abs. 3 BGB über die Wirksamkeit der Vereinbarung, die auf eine über das vereinbarte Entgelt für die Hauptleistung hinausgehende Zahlung gerichtet ist,
    4. § 312a Abs. 4 BGB über die Wirksamkeit der Vereinbarung eines Entgelts für die Nutzung von Zahlungsmitteln,
    5. § 312a Abs. 6 BGB,
    6. § 312d Abs. 1 BGB in Verbindung mit Art. 246a § 1 Abs. 2 und 3 EGBGB (des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche) über die Pflicht zur Information über das Widerrufsrecht und
    7. § 312g BGB über das Widerrufsrecht.

    (4) Auf Verträge über die Vermietung von Wohnraum sind von den Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels nur die in Absatz 3 Nummer 1 bis 7 genannten Bestimmungen anzuwenden. Die in Absatz 3 Nummer 1, 6 und 7 genannten Bestimmungen sind jedoch nicht auf die Begründung eines Mietverhältnisses über Wohnraum anzuwenden, wenn der Mieter die Wohnung zuvor besichtigt hat.

    (5) Bei Vertragsverhältnissen über Bankdienstleistungen sowie Dienstleistungen im Zusammenhang mit einer Kreditgewährung, Versicherung, Altersversorgung von Einzelpersonen, Geldanlage oder Zahlung (Finanzdienstleistungen), die eine erstmalige Vereinbarung mit daran anschließenden aufeinanderfolgenden Vorgängen oder eine daran anschließende Reihe getrennter, in einem zeitlichen Zusammenhang stehender Vorgänge gleicher Art umfassen, sind die Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels nur auf die erste Vereinbarung anzuwenden. § 312a BGB (Abs. 1, 3, 4 und 6) ist daneben auf jeden Vorgang anzuwenden. Wenn die in Satz 1 genannten Vorgänge ohne eine solche Vereinbarung aufeinanderfolgen, gelten die Vorschriften über Informationspflichten des Unternehmers nur für den ersten Vorgang. Findet jedoch länger als ein Jahr kein Vorgang der gleichen Art mehr statt, so gilt der nächste Vorgang als der erste Vorgang einer neuen Reihe im Sinne von Satz 3.

    (6) Von den Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels ist auf Verträge über Versicherungen sowie auf Verträge über deren Vermittlung nur § 312a BGB (Abs. 3, 4 und 6) anzuwenden.

    (7) Auf Pauschalreiseverträge nach den §§ 651a BGB und 651c BGB sind von den Vorschriften dieses Untertitels nur § 312a Abs. 3 bis 6 BGB, die §§ 312i BGB, 312j Abs. 2 bis 5 BGB und § 312k BGB anzuwenden; diese Vorschriften finden auch Anwendung, wenn der Reisende kein Verbraucher ist. Ist der Reisende ein Verbraucher, ist auf Pauschalreiseverträge nach § 651a BGB, die außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen worden sind, auch § 312g Abs. 1 BGB anzuwenden, es sei denn, die mündlichen Verhandlungen, auf denen der Vertragsschluss beruht, sind auf vorhergehende Bestellung des Verbrauchers geführt worden.

    Fassung ab 01. Jan 2022

    (Abs. 1a neu)

    ________________________________

    Fassung bis einschl 31. Dez 2021

    (1) Die Vorschriften der Kapitel 1 und 2 dieses Untertitels sind nur auf Verbraucherverträge im Sinne des § 310 Abs. 3 BGB anzuwenden, die eine entgeltliche Leistung des Unternehmers zum Gegenstand haben.

    (2) - (7) ...

    ______________________________

    Fassung ab 01. Jul 2018

    (Abs. 7 neu)

    _________________________

    Fassung bis einschl 30. Jun 2018

    (1) - (2) ...

    4. Verträge über Reiseleistungen nach § 651a BGB, wenn diese

    a) im Fernabsatz geschlossen werden oder

    b) außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen werden, wenn die mündlichen Verhandlungen, auf denen der Vertragsschluss beruht, auf vorhergehende Bestellung des Verbrauchers geführt worden sind,

    ....

    ___________________________________

    Fassung bis einschl 31. Dez 2017

    (1) ...

    (2) ...

    3. Verträge über den Bau von neuen Gebäuden oder erhebliche Umbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden,

    ...

    ______________________________________

    Fassung bis einschl 12. Jun 2014

    § 312 BGB Widerrufsrecht bei Haustürgeschäften

    (1) Bei einem Vertrag zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher, der eine entgeltliche Leistung zum Gegenstand hat und zu dessen Abschluss der Verbraucher

    1. durch mündliche Verhandlungen an seinem Arbeitsplatz oder im Bereich einer Privatwohnung,
    2. anlässlich einer vom Unternehmer oder von einem Dritten zumindest auch im Interesse des Unternehmers durchgeführten Freizeitveranstaltung oder
    3. im Anschluss an ein überraschendes Ansprechen in Verkehrsmitteln oder im Bereich öffentlich zugänglicher Verkehrsflächen

    bestimmt worden ist (Haustürgeschäft), steht dem Verbraucher ein Widerrufsrecht gemäß § 355 BGB zu. Dem Verbraucher kann anstelle des Widerrufsrechts ein Rückgaberecht nach § 356 BGB eingeräumt werden, wenn zwischen dem Verbraucher und dem Unternehmer im Zusammenhang mit diesem oder einem späteren Geschäft auch eine ständige Verbindung aufrechterhalten werden soll.

    (2) Der Unternehmer ist verpflichtet, den Verbraucher gemäß § 360 BGB über sein Widerrufs- oder Rückgaberecht zu belehren. Die Belehrung muss auf die Rechtsfolgen des § 357 Abs. 1 und 3 BGB hinweisen. Der Hinweis ist nicht erforderlich, soweit diese Rechtsfolgen tatsächlich nicht eintreten können.

    (3) Das Widerrufs- oder Rückgaberecht besteht unbeschadet anderer Vorschriften nicht bei Versicherungsverträgen oder wenn

    1. im Falle von Absatz 1 Nr. 1 die mündlichen Verhandlungen, auf denen der Abschluss des Vertrags beruht, auf vorhergehende Bestellung des Verbrauchers geführt worden sind oder
    2. die Leistung bei Abschluss der Verhandlungen sofort erbracht und bezahlt wird und das Entgelt 40 Euro nicht übersteigt oder
    3. die Willenserklärung des Verbrauchers von einem Notar beurkundet worden ist.

    __________________

    Fassung bis einschl 10. Juni 2010

    (1) ...

    (2) Die erforderliche Belehrung über das Widerrufs- oder Rückgaberecht muss auf die Rechtsfolgen des § 357 Abs. 1 und 3 BGB hinweisen.

    (3) ...

    • Zivilrecht
    • § 312 BGB
    • Schuldrecht
    • Schuldverhältnis
    • Anwendungsbereich
    • Verbrauchervertrag

Anwendungsbereich

(1) Die Regelungen dieser Vorschriften gelten für Verbraucherverträge, bei denen du als Verbraucher einen Preis zahlen musst.

(1a) Die Regelungen gelten auch, wenn du statt einer Zahlung dem Unternehmer personenbezogene Daten zur Verfügung stellst oder dich dazu verpflichtest. Das gilt allerdings nicht, wenn der Unternehmer die Daten ausschließlich benötigt, um seine Leistung zu erbringen oder gesetzliche Pflichten zu erfüllen und die Daten nicht für andere Zwecke nutzt.

(2) Für bestimmte Verträge gelten nur einzelne Vorschriften dieses Untertitels. Dazu gehören:
– notariell beurkundete Verträge,
– Verbraucherbauverträge,
– Verträge über den Bau neuer Gebäude oder größere Umbauten,
– Verträge über soziale Dienstleistungen wie Kinderbetreuung oder Pflege,
– Mietverträge über Wohnraum,
– Verträge über Teilzeit-Wohnrechte und ähnliche Urlaubsprodukte,
– Behandlungsverträge,
– Verträge über die regelmäßige Lieferung von Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs,
– Verträge, die über Automaten abgeschlossen werden,
– Verträge zur Nutzung öffentlicher Münz- oder Kartentelefone,
– Verträge über eine einzelne Telefon-, Internet- oder Telefaxverbindung,
– außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge, bei denen die Leistung sofort erbracht und bezahlt wird und der Preis höchstens 40 Euro beträgt,
– Verträge über Verkäufe im Rahmen einer Zwangsvollstreckung oder gerichtlicher Maßnahmen sowie
– Verträge über die Beförderung von Personen.

(3) Für Verträge über soziale Dienstleistungen und Wohnraummiete gelten zusätzlich bestimmte Regelungen über außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge, Fernabsatzverträge, Informationspflichten zum Widerrufsrecht und das Widerrufsrecht selbst. Bei der Anmietung von Wohnraum gelten diese Vorschriften jedoch nicht, wenn du die Wohnung vorher besichtigt hast.

(4) Für Versicherungsverträge und Verträge über deren Vermittlung gelten nur bestimmte Vorschriften dieses Untertitels.

(5) Bei Finanzdienstleistungen, die aus einer ersten Vereinbarung und weiteren gleichartigen Vorgängen bestehen, gelten die Regelungen grundsätzlich nur für die erste Vereinbarung. Bestimmte Vorschriften gelten jedoch auch für die späteren Vorgänge. Liegt zwischen zwei gleichartigen Vorgängen mehr als ein Jahr, wird der nächste Vorgang rechtlich wie ein neuer erster Vorgang behandelt.

(6) Für Pauschalreiseverträge gelten nur bestimmte Vorschriften dieses Untertitels. Diese Vorschriften gelten auch dann, wenn der Reisende kein Verbraucher ist. Wird eine Pauschalreise außerhalb von Geschäftsräumen abgeschlossen, steht Verbrauchern grundsätzlich ein Widerrufsrecht zu, es sei denn, die Vertragsverhandlungen fanden auf ihren eigenen Wunsch statt.

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