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Volksverhetzung

  • juristi.Red
  • 15. Dezember 2025 um 12:15
  • 174 mal gelesen
  • Rechtsgebiet: Strafrecht - § 130 StGB

    Volksverhetzung ist eine Straftat nach § 130 Strafgesetzbuch (StGB). Sie schützt den öffentlichen Frieden und die Menschenwürde vor Hass, Hetze und Gewaltaufrufen gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen.


    1 1. Begriffserklärung (einfach verständlich)

    Volksverhetzung liegt vor, wenn jemand öffentlich:

    • Hass schürt,
    • zu Gewalt oder Willkür aufruft oder
    • die Menschenwürde angreift,

    und sich dies richtet gegen:

    • nationale, rassische, religiöse oder ethnische Gruppen,
    • Teile der Bevölkerung oder
    • einzelne Personen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer solchen Gruppe.

    Besonders schwerwiegend ist Volksverhetzung, wenn:

    • der Holocaust geleugnet oder verharmlost wird,
    • nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft gebilligt oder verherrlicht wird,
    • entsprechende Inhalte verbreitet, öffentlich zugänglich gemacht oder beworben werden (z. B. Bücher, Internetseiten).

    2 2. Gesetzliche Grundlage (§ 130 StGB – Auszug, vereinfacht)

    Volksverhetzung begeht, wer z. B.:

    • zum Hass gegen bestimmte Gruppen aufstachelt,
    • zu Gewalt oder Diskriminierung aufruft,
    • die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er sie beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
    • nationalsozialistische Verbrechen öffentlich leugnet oder verharmlost.

    Strafrahmen:
    Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.


    3 3. Typische Beispiele

    • Verbreitung antisemitischer Schriften oder Bücher
    • Leugnung des Holocaust in Reden, Büchern oder online
    • Aufrufe zur Gewalt gegen Migranten oder religiöse Gruppen
    • Verherrlichung des Nationalsozialismus in Publikationen
    • Rechtsextreme Online-Shops mit hetzerischem Inhalt

    4 4. Abgrenzung zur Meinungsfreiheit

    Volksverhetzung ist nicht von der Meinungsfreiheit (Art. 5 GG) gedeckt.
    Das Bundesverfassungsgericht stellt klar:

    Zitat

    Die Menschenwürde und der öffentliche Frieden haben Vorrang vor der freien Meinungsäußerung, wenn diese zur Herabwürdigung ganzer Gruppen missbraucht wird.


    5 5. Literatur- und Quellenangaben

    5.1 Gesetze

    • § 130 StGB – Volksverhetzung

    5.2 Kommentare

    • Fischer, Thomas: Strafgesetzbuch und Nebengesetze, § 130 StGB, C.H. Beck
    • Schönke/Schröder: Strafgesetzbuch – Kommentar, § 130 StGB, C.H. Beck
    • Lackner/Kühl: StGB – Kommentar, § 130 StGB, C.H. Beck

    5.3 Lehrbücher

    • Joecks/Jäger: Strafgesetzbuch – Studienkommentar, § 130 StGB
    • Rengier, Rudolf: Strafrecht Besonderer Teil II, 24. Aufl., C.H. Beck

    5.4 Rechtsprechung

    • BVerfG, Beschluss vom 4.11.2009 – 1 BvR 2150/08 (Holocaustleugnung)
    • BGH, Urteil vom 3.4.2008 – 3 StR 394/07 (Volksverhetzung durch Schriften)

    6 6. Kurzfassung

    Zitat

    Volksverhetzung ist die öffentliche Aufstachelung zu Hass, Gewalt oder Diskriminierung gegen bestimmte Gruppen und ein schwerer Angriff auf Menschenwürde und öffentlichen Frieden.

    • Strafrecht
    • Volksverhetzung
    • § 130 StGB
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