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§ 0357a BGB

  • Weitergeleitet von „357a BGB“
  • juristi.Red
  • 8. April 2023 um 21:05
  • 28. Juni 2024 um 23:00
  • 956 mal gelesen
  • juristi.kon Fachbegriff
  • einfach
  • Wertersatz als Rechtsfolge des Widerrufs von außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen und Fernabsatzverträgen mit Ausnahme von Verträgen über Finanzdienstleistungen

    (1) Der Verbraucher hat Wertersatz für einen Wertverlust der Ware zu leisten, wenn

    1. der Wertverlust auf einen Umgang mit den Waren zurückzuführen ist, der zur Prüfung der Beschaffenheit, der Eigenschaften und der Funktionsweise der Waren nicht notwendig war, und
    2. der Unternehmer den Verbraucher nach Art. 246a § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EGBGB (des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche) über dessen Widerrufsrecht unterrichtet hat.

    (2) Der Verbraucher hat Wertersatz für die bis zum Widerruf erbrachten Dienstleistungen, für die der Vertrag die Zahlung eines Preises vorsieht, oder die bis zum Widerruf erfolgte Lieferung von Wasser, Gas oder Strom in nicht bestimmten Mengen oder nicht begrenztem Volumen oder von Fernwärme zu leisten, wenn

    1. der Verbraucher von dem Unternehmer ausdrücklich verlangt hat, dass mit der Leistung vor Ablauf der Widerrufsfrist begonnen werden soll,
    2. bei einem außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Vertrag der Verbraucher das Verlangen nach Nummer 1 auf einem dauerhaften Datenträger übermittelt hat und
    3. der Unternehmer den Verbraucher nach Art. 246a § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 und 3 EGBGB (des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche) ordnungsgemäß informiert hat.

    Bei der Berechnung des Wertersatzes ist der vereinbarte Gesamtpreis zu Grunde zu legen. Ist der vereinbarte Gesamtpreis unverhältnismäßig hoch, so ist der Wertersatz auf der Grundlage des Marktwerts der erbrachten Leistung zu berechnen.

    (3) Widerruft der Verbraucher einen Vertrag über die Bereitstellung von nicht auf einem körperlichen Datenträger befindlichen digitalen Inhalten, so hat er keinen Wertersatz zu leisten.

    Fassung ab 28. Mai 2022

    ________________________________

    Fassung bis einschl 27. Mai 2022

    § 357a BGB Rechtsfolgen des Widerrufs von Verträgen über Finanzdienstleistungen --> ist jetzt § 357b BGB

    (1) Die empfangenen Leistungen sind spätestens nach 30 Tagen zurückzugewähren.

    (2) Im Falle des Widerrufs von außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen oder Fernabsatzverträgen über Finanzdienstleistungen ist der Verbraucher zur Zahlung von Wertersatz für die vom Unternehmer bis zum Widerruf erbrachte Dienstleistung verpflichtet, wenn er

    1. vor Abgabe seiner Vertragserklärung auf diese Rechtsfolge hingewiesen worden ist und
    2. ausdrücklich zugestimmt hat, dass der Unternehmer vor Ende der Widerrufsfrist mit der Ausführung der Dienstleistung beginnt.

    Im Falle des Widerrufs von Verträgen über eine entgeltliche Finanzierungshilfe, die von der Ausnahme des § 506 Abs. 4 BGB erfasst sind, gilt auch § 357 Abs. 5 bis 8 BGB entsprechend. Ist Gegenstand des Vertrags über die entgeltliche Finanzierungshilfe die Lieferung von nicht auf einem körperlichen Datenträger befindlichen digitalen Inhalten, hat der Verbraucher Wertersatz für die bis zum Widerruf gelieferten digitalen Inhalte zu leisten, wenn er

    1. vor Abgabe seiner Vertragserklärung auf diese Rechtsfolge hingewiesen worden ist und
    2. ausdrücklich zugestimmt hat, dass der Unternehmer vor Ende der Widerrufsfrist mit der Lieferung der digitalen Inhalte beginnt.

    Ist im Vertrag eine Gegenleistung bestimmt, ist sie bei der Berechnung des Wertersatzes zu Grunde zu legen. Ist der vereinbarte Gesamtpreis unverhältnismäßig hoch, ist der Wertersatz auf der Grundlage des Marktwerts der erbrachten Leistung zu berechnen.

    (3) Im Falle des Widerrufs von Verbraucherdarlehensverträgen hat der Darlehensnehmer für den Zeitraum zwischen der Auszahlung und der Rückzahlung des Darlehens den vereinbarten Sollzins zu entrichten. Bei einem Immobiliar-Verbraucherdarlehen kann nachgewiesen werden, dass der Wert des Gebrauchsvorteils niedriger war als der vereinbarte Sollzins. In diesem Fall ist nur der niedrigere Betrag geschuldet. Im Falle des Widerrufs von Verträgen über eine entgeltliche Finanzierungshilfe, die nicht von der Ausnahme des § 506 Abs. 4 BGB erfasst sind, gilt auch Absatz 2 entsprechend mit der Maßgabe, dass an die Stelle der Unterrichtung über das Widerrufsrecht die Pflichtangaben nach Art. 247 § 12 Abs. 1 EGBGB in Verbindung mit § 6 Abs. 2 EGBGB (des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche), die das Widerrufsrecht betreffen, treten. Darüber hinaus hat der Darlehensnehmer dem Darlehensgeber nur die Aufwendungen zu ersetzen, die der Darlehensgeber gegenüber öffentlichen Stellen erbracht hat und nicht zurückverlangen kann.

    Neu ab 13. Jun 2014

    • Zivilrecht
    • widerruf
    • Schuldrecht
    • Wertersatz
    • Verbrauchervertrag
    • Fernabsatzvertrag
    • § 357a BGB
    • Rechtsfolge

(1) Wenn du als Verbraucher etwas zurückgibst, musst du für den Wertverlust der Ware zahlen, wenn:

  1. Der Wertverlust passiert ist, weil du mit der Ware rumgespielt hast, obwohl das nicht nötig war, um die Qualität, die Eigenschaften und die Funktionsweise zu checken, und
  2. Der Unternehmer dir nach den Regeln in Art. 246a § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EGBGB gesagt hat, dass du ein Widerrufsrecht hast.

(2) Wenn du Dienstleistungen bis zu deinem Widerruf in Anspruch genommen hast, für die du einen Preis zahlen solltest, oder wenn du Wasser, Gas oder Strom in unbestimmten Mengen oder Fernwärme bis zum Widerruf bekommen hast, musst du dafür auch einen Wertausgleich leisten, wenn:

  1. Du den Unternehmer ausdrücklich gebeten hast, mit der Leistung vor Ablauf der Widerrufsfrist zu starten,
  2. Bei einem Vertrag, der außerhalb von Geschäftsräumen abgeschlossen wurde, hast du diese Bitte auf einem dauerhaften Datenträger geschickt, und
  3. Der Unternehmer dich ordnungsgemäß über dein Widerrufsrecht informiert hat, gemäß Art. 246a § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 und 3 EGBGB.

Wenn es darum geht, wie viel du zahlen musst, wird der vereinbarte Gesamtpreis zugrunde gelegt. Ist der Preis aber übertrieben hoch, wird der Wertausgleich auf Basis des Marktwerts der erbrachten Leistung berechnet.

(3) Wenn du einen Vertrag über digitale Inhalte widerrufst, die nicht auf einem physischen Datenträger sind, musst du keinen Wertersatz leisten.

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