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§ 218b StGB

  • juristi.Red
  • 17. Februar 2023 um 22:15
  • 17. Februar 2023 um 22:16
  • 346 mal gelesen
  • juristi.kon Fachbegriff
  • einfach
  • Schwangerschaftsabbruch ohne ärztliche Feststellung; unrichtige ärztliche Feststellung

    (1) Wer in den Fällen des § 218a Abs. 2 oder 3 StGB eine Schwangerschaft abbricht, ohne dass ihm die schriftliche Feststellung eines Arztes, der nicht selbst den Schwangerschaftsabbruch vornimmt, darüber vorgelegen hat, ob die Voraussetzungen des § 218a Abs. 2 oder 3 StGB gegeben sind, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 218 StGB mit Strafe bedroht ist. Wer als Arzt wider besseres Wissen eine unrichtige Feststellung über die Voraussetzungen des § 218a Abs. 2 oder 3 StGB zur Vorlage nach Satz 1 trifft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 218 StGB mit Strafe bedroht ist. Die Schwangere ist nicht nach Satz 1 oder 2 strafbar.

    (2) Ein Arzt darf Feststellungen nach § 218a Abs. 2 oder 3 StGB nicht treffen, wenn ihm die zuständige Stelle dies untersagt hat, weil er wegen einer rechtswidrigen Tat nach Absatz 1, den §§ 218 StGB oder 219b StGB oder wegen einer anderen rechtswidrigen Tat, die er im Zusammenhang mit einem Schwangerschaftsabbruch begangen hat, rechtskräftig verurteilt worden ist. Die zuständige Stelle kann einem Arzt vorläufig untersagen, Feststellungen nach § 218a Abs. 2 und 3 StGB zu treffen, wenn gegen ihn wegen des Verdachts einer der in Satz 1 bezeichneten rechtswidrigen Taten das Hauptverfahren eröffnet worden ist.

    _________________________

    §§ 218 bis 219b (früher §§ 218 bis 219d): IdF d. Art. 13 Nr. 1 G v. 27.7.1992 I 1398 mWv 5.8.1992; Art. 13 Nr. 1 trat einstweilen nicht in Kraft gem. BVerfGE v. 4.8.1992 I 1585 - 2 BvO 16/92 u. a. -; die einstweilige Anordnung v. 4.8.1992 wurde nach BVerfGE v. 25.1.1993 I 270 wiederholt.

    § 218b: Anwendbar ab 16.6.1993 gem. Abschn. II Nr. 1 nach Maßgabe der Nr. 2 bis 9 der Entscheidungsformel gem. BVerfGE v. 28.5.1993 - 2 BvF 2/90 u. a. -

    • Strafrecht
    • Schwangerschaftsabbruch
    • § 218b StGB
    • ärztliche Feststellung
    • unrichtige Diagnose
    • ohne Diagnose

Schwangerschaftsabbruch ohne ärztliches Gutachten; falsches ärztliches Gutachten

(1) Wenn jemand einen Schwangerschaftsabbruch durchführt, ohne dass ein Arzt, der nicht selbst den Eingriff macht, schriftlich bestätigt hat, dass die Bedingungen für einen Abbruch nach § 218a Abs. 2 oder 3 StGB erfüllt sind, kann das mit bis zu einem Jahr Gefängnis oder einer Geldstrafe bestraft werden – es sei denn, die Tat fällt unter § 218 StGB. Wenn ein Arzt absichtlich falsche Angaben zu diesen Voraussetzungen macht, kann er mit bis zu zwei Jahren Gefängnis oder einer Geldstrafe rechnen, wenn das nicht schon unter § 218 StGB bestraft wird. Die Schwangere selbst macht sich dabei nicht strafbar.

(2) Ein Arzt darf keine Feststellungen nach § 218a Abs. 2 oder 3 StGB treffen, wenn ihm das von der zuständigen Stelle verboten wurde, weil er wegen einer rechtswidrigen Handlung nach Absatz 1, den §§ 218 StGB oder 219b StGB oder wegen einer anderen illegalen Handlung im Zusammenhang mit einem Schwangerschaftsabbruch verurteilt wurde. Die zuständige Stelle kann einem Arzt auch vorübergehend verbieten, solche Feststellungen zu machen, wenn gegen ihn ein Verfahren wegen Verdachts auf eine der genannten rechtswidrigen Taten eröffnet wurde.

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