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§ 0559c BGB

  • Weitergeleitet von „559c BGB“
  • juristi.Redaktion
  • 17. Dezember 2020 um 23:16
  • 10. Juni 2024 um 13:57
  • 727 mal gelesen
  • juristi.kon Fachbegriff
  • einfach
  • Vereinfachtes Verfahren

    (1) Übersteigen die für die Modernisierungsmaßnahme geltend gemachten Kosten für die Wohnung vor Abzug der Pauschale nach Satz 2 10.000 Euro nicht, so kann der Vermieter die Mieterhöhung nach einem vereinfachten Verfahren berechnen. Als Kosten, die für Erhaltungsmaßnahmen erforderlich gewesen wären (§ 559 Abs. 2 BGB), werden pauschal 30 Prozent der nach Satz 1 geltend gemachten Kosten abgezogen. § 559 Abs. 4 BGB und § 559a Abs. 2 Satz 1 bis 3 BGB finden keine Anwendung; dies gilt im Hinblick auf § 559 Abs. 4 BGB nicht, wenn die Modernisierungsmaßnahme auch die Voraussetzungen des § 555b Nr. 1 oder Nr. 1a BGB erfüllt und mittels Einbaus oder Aufstellung einer Heizungsanlage zum Zwecke der Inbetriebnahme in einem Gebäude durchgeführt wurde.

    (2) Hat der Vermieter die Miete in den letzten fünf Jahren bereits nach Absatz 1 oder nach § 559 BGB oder § 559e BGB erhöht, so mindern sich die Kosten, die nach Absatz 1 Satz 1 für die weitere Modernisierungsmaßnahme geltend gemacht werden können, um die Kosten, die in diesen früheren Verfahren für Modernisierungsmaßnahmen geltend gemacht wurden.

    (3) § 559b BGB gilt für das vereinfachte Verfahren entsprechend. Der Vermieter muss in der Mieterhöhungserklärung angeben, dass er die Mieterhöhung nach dem vereinfachten Verfahren berechnet hat.

    (4) Hat der Vermieter eine Mieterhöhung im vereinfachten Verfahren geltend gemacht, so kann er innerhalb von fünf Jahren nach Zugang der Mieterhöhungserklärung beim Mieter keine Mieterhöhungen nach § 559 BGB oder § 559e BGB geltend machen. Dies gilt nicht,

    1. soweit der Vermieter in diesem Zeitraum Modernisierungsmaßnahmen auf Grund einer gesetzlichen Verpflichtung durchzuführen hat und er diese Verpflichtung bei Geltendmachung der Mieterhöhung im vereinfachten Verfahren nicht kannte oder kennen musste,
    2. sofern eine Modernisierungsmaßnahme auf Grund eines Beschlusses von Wohnungseigentümern durchgeführt wird, der frühestens zwei Jahre nach Zugang der Mieterhöhungserklärung beim Mieter gefasst wurde.

    (5) Für die Modernisierungsankündigung, die zu einer Mieterhöhung nach dem vereinfachten Verfahren führen soll, gilt § 555c BGB mit den Maßgaben, dass

    1. der Vermieter in der Modernisierungsankündigung angeben muss, dass er von dem vereinfachten Verfahren Gebrauch macht,
    2. es der Angabe der voraussichtlichen künftigen Betriebskosten nach § 555c Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 BGB nicht bedarf.

    Fassung ab 01. Jan 2024

    __________________________

    Fassung bis einschl 31. Dez 2023

    (1) Übersteigen die für die Modernisierungsmaßnahme geltend gemachten Kosten für die Wohnung vor Abzug der Pauschale nach Satz 2 10 000 Euro nicht, so kann der Vermieter die Mieterhöhung nach einem vereinfachten Verfahren berechnen. Als Kosten, die für Erhaltungsmaßnahmen erforderlich gewesen wären (§ 559 Abs. 2 BGB), werden pauschal 30 Prozent der nach Satz 1 geltend gemachten Kosten abgezogen. § 559 Abs. 4 BGB und § 559a Abs. 2 Satz 1 bis 3 BGB finden keine Anwendung.

    (2) Hat der Vermieter die Miete in den letzten fünf Jahren bereits nach Absatz 1 oder nach § 559 BGB erhöht, so mindern sich die Kosten, die nach Absatz 1 Satz 1 für die weitere Modernisierungsmaßnahme geltend gemacht werden können, um die Kosten, die in diesen früheren Verfahren für Modernisierungsmaßnahmen geltend gemacht wurden.

    (3) § 559b BGB gilt für das vereinfachte Verfahren entsprechend. Der Vermieter muss in der Mieterhöhungserklärung angeben, dass er die Mieterhöhung nach dem vereinfachten Verfahren berechnet hat.

    (4) Hat der Vermieter eine Mieterhöhung im vereinfachten Verfahren geltend gemacht, so kann er innerhalb von fünf Jahren nach Zugang der Mieterhöhungserklärung beim Mieter keine Mieterhöhungen nach § 559 BGB geltend machen. Dies gilt nicht,

    1. soweit der Vermieter in diesem Zeitraum Modernisierungsmaßnahmen auf Grund einer gesetzlichen Verpflichtung durchzuführen hat und er diese Verpflichtung bei Geltendmachung der Mieterhöhung im vereinfachten Verfahren nicht kannte oder kennen musste,
    2. sofern eine Modernisierungsmaßnahme auf Grund eines Beschlusses von Wohnungseigentümern durchgeführt wird, der frühestens zwei Jahre nach Zugang der Mieterhöhungserklärung beim Mieter gefasst wurde.

    (5) Für die Modernisierungsankündigung, die zu einer Mieterhöhung nach dem vereinfachten Verfahren führen soll, gilt § 555c BGB mit den Maßgaben, dass

    1. der Vermieter in der Modernisierungsankündigung angeben muss, dass er von dem vereinfachten Verfahren Gebrauch macht,
    2. es der Angabe der voraussichtlichen künftigen Betriebskosten nach § 555c Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 BGB nicht bedarf.
    • Zivilrecht
    • Mietrecht
    • Schuldrecht
    • Miethöhe
    • § 559c BGB
    • vereinfachtes Verfahren

(1) Wenn die Kosten für die Modernisierung deiner Wohnung vor dem Abzug der Pauschale unter 10.000 Euro bleiben, kann der Vermieter die Mieterhöhung ganz einfach berechnen. Dabei werden pauschal 30 Prozent von den Kosten abgezogen, die für Erhaltungsmaßnahmen nötig gewesen wären (§ 559 Abs. 2 BGB). Die anderen Paragraphen (§ 559 Abs. 4 BGB und § 559a Abs. 2 Satz 1 bis 3 BGB) sind hier nicht relevant, es sei denn, die Modernisierung erfüllt auch die Bedingungen des § 555b Nr. 1 oder Nr. 1a BGB und betrifft den Einbau oder die Aufstellung einer Heizungsanlage in einem Gebäude.

(2) Wenn der Vermieter in den letzten fünf Jahren schon mal die Miete erhöht hat, dann werden die Kosten für die neue Modernisierungsmaßnahme um die Kosten aus diesen früheren Erhöhungen gekürzt.

(3) Der § 559b BGB gilt auch für dieses vereinfachte Verfahren. Der Vermieter muss in der Erklärung zur Mieterhöhung erwähnen, dass er das vereinfachte Verfahren genutzt hat.

(4) Hat der Vermieter eine Mieterhöhung im vereinfachten Verfahren durchgezogen, kann er in den nächsten fünf Jahren beim Mieter keine weiteren Erhöhungen nach § 559 BGB oder § 559e BGB verlangen. Das gilt nicht, wenn:

  1. der Vermieter während dieser Zeit Modernisierungen aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung machen muss und er diese Verpflichtung zum Zeitpunkt der Mieterhöhung nicht wusste oder wissen konnte,
  2. oder wenn die Modernisierung auf einen Beschluss von Wohnungseigentümern basiert, der nicht früher als zwei Jahre nach der Mieterhöhung beim Mieter gefasst wurde.

(5) Für die Ankündigung einer Modernisierung, die zu einer Mieterhöhung nach dem vereinfachten Verfahren führen soll, gilt § 555c BGB mit den folgenden Anpassungen:

  1. der Vermieter muss in der Ankündigung sagen, dass er das vereinfachte Verfahren nutzt,
  2. und es ist nicht nötig, die voraussichtlichen künftigen Betriebskosten anzugeben, wie es in § 555c Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 BGB steht.
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