1 Was ist die Tonnagebesteuerung?
Die Tonnagebesteuerung ist eine besondere Art der Gewinnermittlung für Reedereien bzw. Unternehmen, die Handelsschiffe im internationalen Verkehr betreiben (§ 5a EStG).
Statt den tatsächlichen Gewinn zu versteuern, wird der Gewinn pauschal nach der Größe des Schiffs (Nettoraumzahl / Tonnage) berechnet.
2 🔎 Grundidee
Normalerweise wird der Gewinn eines Unternehmens so ermittelt:
ZitatEinnahmen minus Ausgaben = steuerpflichtiger Gewinn
Bei der Tonnagebesteuerung ist das anders:
ZitatDer Gewinn wird nach einem gesetzlich festgelegten Pauschalbetrag pro 100 Nettoraumtonnen und Tag berechnet – unabhängig vom tatsächlichen wirtschaftlichen Ergebnis.
3 ⚙️ Wie funktioniert das?
- Die Reederei beantragt die Tonnagebesteuerung.
- Für jedes Schiff wird der Gewinn anhand der Nettoraumzahl und der Betriebstage berechnet.
- Der tatsächliche Gewinn (hoch oder niedrig) spielt keine Rolle.
Das führt häufig zu einer deutlich geringeren Steuerbelastung, insbesondere in guten Jahren.
4 🎯 Zweck der Regelung
Die Tonnagebesteuerung wurde eingeführt, um:
- den Schifffahrtsstandort Deutschland zu stärken,
- Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen Staaten auszugleichen,
- Planungssicherheit für Reedereien zu schaffen.
Viele andere Länder kennen ähnliche Regelungen.
5 📌 Wichtige Besonderheiten
- Die Tonnagebesteuerung gilt nur für Handelsschiffe im internationalen Verkehr.
- Der Antrag bindet das Unternehmen für mehrere Jahre.
- Beim Wechsel in die Tonnagebesteuerung werden vorhandene stille Reserven gesondert festgestellt und später versteuert (sog. Unterschiedsbetrag).
6 Kurz gesagt
Die Tonnagebesteuerung ist eine steuerliche Sonderregel für Reedereien, bei der der Gewinn pauschal nach der Größe des Schiffs berechnet wird – nicht nach dem tatsächlichen Gewinn.