Der Hebesatz ist ein Prozentsatz, den eine Gemeinde auf eine gesetzlich festgelegte Steuermesszahl aufschlägt, um die endgültige Höhe bestimmter kommunaler Steuern zu bestimmen – vor allem der Gewerbesteuer und der Grundsteuer.
Er ist das wichtigste Instrument der Gemeinden, um ihr Steueraufkommen zu steuern.
1 🔹 Wie funktioniert der Hebesatz?
Endgültige Steuer = Steuermessbetrag × Hebesatz der Gemeinde
Beispiel (Gewerbesteuer):
- Steuermessbetrag: 10.000 €
- Hebesatz der Gemeinde: 400 %
- Steuer = 10.000 € × 400 % = 40.000 €
2 🔹 Warum gibt es einen Hebesatz?
- Gemeinden finanzieren damit lokale Aufgaben (Infrastruktur, Schulen, Verwaltung).
- Er ermöglicht kommunale Selbstverwaltung, weil jede Gemeinde den Hebesatz selbst bestimmen darf.
3 🔹 Hebesätze in der Praxis
- Gewerbesteuer-Hebesätze liegen meist zwischen 200 % und 900 % (meist 350–500 %).
- Grundsteuer-Hebesätze variieren ebenfalls stark je nach Gemeinde.
3.1 Kurz gesagt:
Der Hebesatz ist der kommunale Multiplikator, mit dem Gemeinden Gewerbe- und Grundsteuer erhöhen oder senken, um ihr Steueraufkommen festzulegen.