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Artikel 100 GG

  • Weitergeleitet von „Art. 100 Abs. 1 GG“
  • sophme
  • 14. Februar 2021 um 00:52
  • 8. März 2026 um 17:44
  • 1.293 mal gelesen
  • juristi.kon Fachbegriff
  • einfach
  • "Kontrolle von Gesetzen obliegt Verfassungsgerichten"

    (1) Hält ein Gericht ein Gesetz, auf dessen Gültigkeit es bei der Entscheidung ankommt, für verfassungswidrig, so ist das Verfahren auszusetzen und, wenn es sich um die Verletzung der Verfassung eines Landes handelt, die Entscheidung des für Verfassungsstreitigkeiten zuständigen Gerichtes des Landes, wenn es sich um die Verletzung dieses Grundgesetzes handelt, die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes einzuholen. Dies gilt auch, wenn es sich um die Verletzung dieses Grundgesetzes durch Landesrecht oder um die Unvereinbarkeit eines Landesgesetzes mit einem Bundesgesetze handelt.

    (2) Ist in einem Rechtsstreite zweifelhaft, ob eine Regel des Völkerrechtes Bestandteil des Bundesrechtes ist und ob sie unmittelbar Rechte und Pflichten für den Einzelnen erzeugt (Art. 25 GG), so hat das Gericht die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes einzuholen.

    (3) Will das Verfassungsgericht eines Landes bei der Auslegung des Grundgesetzes von einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes oder des Verfassungsgerichtes eines anderen Landes abweichen, so hat das Verfassungsgericht die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes einzuholen.

    _______________

    Art. 100 Abs. 2: vgl. BVerfGE v. 6.12.2006; 2007 I 33 - 2 BvM 9/03

    • Grundgesetz
    • Gesetze
    • Verfassungsgerichte
    • Gesetzeskontrolle
    • Gerichtsentscheidung
    • Entscheidung
    • Rechtsprechung
    • Art. 100 GG

(1) Wenn ein Gericht denkt, dass ein Gesetz, das für seine Entscheidung wichtig ist, gegen die Verfassung verstößt, muss es das Verfahren stoppen. Wenn es um die Verfassung eines Bundeslandes geht, muss das zuständige Verfassungsgericht des Landes entscheiden. Bei einer Verletzung des Grundgesetzes muss das Bundesverfassungsgericht eingeschaltet werden. Das gilt auch, wenn ein Landesgesetz gegen das Grundgesetz verstößt oder wenn ein Landesgesetz nicht mit einem Bundesgesetz übereinstimmt.

(2) Wenn in einem Rechtsstreit unklar ist, ob eine Regel aus dem Völkerrecht Teil des Bundesrechts ist und ob sie direkte Rechte und Pflichten für Einzelpersonen schafft (wie in Art. 25 GG beschrieben), muss das Gericht das Bundesverfassungsgericht um eine Entscheidung bitten.

(3) Wenn ein Verfassungsgericht eines Bundeslandes bei der Auslegung des Grundgesetzes von einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts oder eines anderen Landesverfassungsgerichts abweichen möchte, muss es ebenfalls die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts einholen.

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