sind längerfristige Kredite, die ähnlich wie Revolvingkredite kurzfristig refinanziert sind und deren Zinssatz der Refinanzierungsperiode (meist 6 Monate) der Marktentwicklung angepasst wird.
Ein Roll-over-Kredit ist ein variabel verzinster Kredit, bei dem der Zinssatz nicht für die gesamte Laufzeit feststeht, sondern regelmäßig in bestimmten Zeitabständen (Roll-over-Perioden) neu angepasst wird.
1 Wie funktioniert ein Roll-over-Kredit?
- Der Kredit läuft z. B. 3 oder 5 Jahre.
- Der Zinssatz wird aber nur für kurze Zeiträume festgelegt, z. B.:
- alle 1, 3, 6 oder 12 Monate.
- Am Ende jeder Zinsperiode erfolgt ein „Roll-over“:
- Der Zinssatz wird neu festgelegt, häufig auf Basis eines Referenzzinssatzes (z. B. EURIBOR).
- Der Kreditnehmer kann häufig entscheiden, ob er
- den Kredit weiterführt,
- eine andere Zinsperiode wählt oder
- den Kredit zurückzahlt/umschuldet.
2 Typische Merkmale
- Variable Verzinsung → Zinsrisiko für den Kreditnehmer.
- Flexibilität → Anpassung an den Kapitalmarkt möglich.
- Meist im Unternehmensbereich und bei großen Krediten (Syndizierte Kredite).
3 Beispiel
Ein Unternehmen nimmt einen Roll-over-Kredit über 1 Mio. € auf:
- Laufzeit: 5 Jahre
- Zinsperiode: 3 Monate
- Zinssatz = EURIBOR + Marge (z. B. 1,5 %)
Alle drei Monate wird der EURIBOR neu bestimmt → neuer Zinssatz für die nächste Periode.
4 Vorteile
- Flexibilität bei Zinsanpassungen
- Oft zunächst günstiger als langfristige Festzinsen
- Möglichkeit zur regelmäßigen Neuverhandlung der Konditionen
5 Nachteile
- Unsicherheit der künftigen Zinshöhe
- Risiko stark steigender Zinsen
- Planungsunsicherheit für den Kreditnehmer
5.1 Kurz gesagt:
Ein Roll-over-Kredit ist ein Kredit mit regelmäßig neu festgelegten Zinsen, der flexibel, aber zinssensitiv ist und vor allem im Unternehmensfinanzierungsbereich genutzt wird.