Eine Realschule ist eine weiterführende Schulform in Deutschland, die zwischen der Hauptschule und dem Gymnasium angesiedelt ist. Sie vermittelt eine breite Allgemeinbildung und bereitet sowohl auf eine Berufsausbildung als auch auf weiterführende Schulen vor.
Typischer Ablauf:
- Beginn: nach der 4. Klasse (in Berlin und Brandenburg nach der 6. Klasse, je nach Schulsystem)
- Dauer: in der Regel bis zur 10. Klasse
- Abschluss: Mittlerer Schulabschluss (MSA), auch Realschulabschluss genannt
Mit dem Realschulabschluss können Schülerinnen und Schüler:
- eine duale Berufsausbildung beginnen,
- eine Fachoberschule oder ein Berufliches Gymnasium besuchen,
- oder – bei entsprechenden Leistungen – auf ein Gymnasium oder eine andere gymnasiale Oberstufe wechseln, um das Abitur zu erwerben.
Der Unterricht legt Wert auf eine ausgewogene Mischung aus Theorie und Praxis. Zu den Fächern gehören unter anderem Deutsch, Mathematik, Englisch, Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften sowie häufig Wahlpflichtfächer wie Informatik, Wirtschaft oder eine zweite Fremdsprache.
Hinweis: Das deutsche Bildungssystem ist Ländersache. Deshalb gibt es je nach Bundesland Unterschiede. In einigen Ländern gibt es keine eigenständige Realschule mehr; stattdessen sind Haupt- und Realschulbildung in Schulformen wie der Sekundarschule, Regionalschule oder Gemeinschaftsschule zusammengefasst.
So wie in Mecklenburg-Vorpommern. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es keine eigenständige Realschule mehr. Sie wurde bereits zum Schuljahr 2002/2003 abgeschafft und durch die Regionale Schule ersetzt. Die Regionale Schule vereint die Bildungsgänge der früheren Haupt- und Realschule.
Die maßgebliche gesetzliche Regelung findet sich in § 16 SchulG M-V (Schulgesetz für das Land Mecklenburg-Vorpommern). Dort wird die Regionale Schule wie folgt beschrieben:
ZitatDie Regionale Schule vermittelt eine allgemeine und berufsvorbereitende Bildung. Sie gewährleistet eine gefestigte Grundlagenbildung und sichert mit anwendungsbezogenen Inhalten und Methoden eine Orientierung für die berufliche Bildung und die persönliche Lebensgestaltung. Zugleich eröffnet sie entsprechend den erreichten Abschlüssen den Zugang zu weiterführenden Bildungsgängen.
1 Aufbau der Regionalen Schule
- umfasst die Klassenstufen 5 bis 10,
- in den Klassen 5 und 6 besuchen alle Schülerinnen und Schüler die Orientierungsstufe,
- ab Klasse 7 erfolgt die Differenzierung nach Leistungsniveaus,
- nach Klasse 9 kann die Berufsreife erworben werden,
- nach Klasse 10 der Mittlere Schulabschluss (Mittlere Reife).
2 Welche Möglichkeiten bestehen nach dem Abschluss?
Mit dem Mittleren Schulabschluss können Schülerinnen und Schüler
- eine duale Berufsausbildung beginnen,
- eine berufliche Schule (z. B. Fachoberschule) besuchen,
- oder – bei entsprechenden Leistungen – in die gymnasiale Oberstufe wechseln und das Abitur erwerben.
Kurz gesagt: Wenn heute in Mecklenburg-Vorpommern von einer „Realschule“ gesprochen wird, ist damit in der Regel die Regionale Schule gemeint. Eine eigenständige Schulart „Realschule“ existiert im Land nicht mehr; ihre Aufgaben werden durch die Regionale Schule nach § 16 SchulG M-V wahrgenommen.