Phishing

  • Phising ist ein Werkzeug zur Vorbreitung von Identitätsdiebstählen

    Als Phishing bezeichnet man das Erschleichen von personenbezogenen Daten, wie Name und Anschrift sowie Kontodaten und Kreditkartendaten, um damit Straftaten begehen zu können. Über Phishing werden auch Zugangdaten für Bankkonten, Kundenzugänge bei Zahlungsdienstleistern wie Paypal oder Accounts der zozialen Netzwerke oder Online Shops erbeutet.


    Zu einer Phishing Attacke gehören mehrere Komponenten, eine Spam Mail, eine präparierte Webseite und Menschen, die auf den Schwindel reinfallen.


    Der Versand der Spam Mails erfolgt mittels entsprechender Tools zum Versand von Massenmails mit Funktionen zur Manipulation von Absender und technischen Daten. Grundlage sind in der Regel erbeutete Daten, mindestens von E-Mail Adressen. Oft werden auch noch Anreden sowie Name und bei gut vorbereiteten Attacken Anschriften verwendet. Oft sind die Spamwellen von mehreren 10.000 Mails jedoch auch unpersönlich ohne spezifische Anrede in der Spam.


    Dabei wird mit einer präparierten Mail vorgestäuscht, dass bei einem Kundenkonto einer Bank, eines Zahlungsdienstleisters oder sonstigen Anbieters ein kritisches Sicherheitsproblem besteht.


    In dieser Mail wird vorgestäuscht, dass es ein Problem mit einem Paypalkonto gibt. Absender der elektronischen Post ist angeblich das Unternehmen, mit dessen Konto es angeblich kritische Sicherheitslücken geben soll. Die Beispielsmail hat keine spezifische Anrede. Es wird bei Phishing Mails immer der Eindruck beim Opfer erzeugt, dass bestimmte Handlungen notwendig sind, um eine Gefahr abzuwenden. Diese Hanlungen bestehen im Eingeben von Daten in einer präparierten Webseite oder das Öffnen von Dateien, die dann Schadsoftware enthalten.


    Die Mail im Beispiel wurde von einem Spamfilter als unerwünschte Massenmail bereits aussortiert und in den Spam Ordner eines Postfaches eingeordnet. Die Mail enthält einen Link auf eine präparierte Webseite. Interessant ist der Inhalt und Verhalten der präparierten Webseite.


    Klickt man den Link an, landet man nicht, wie behauptet auf einer Unterseite des Zahlungsanbieters Paypal, sondern auf der präparierten Webseite des Hackers. Die Seite sieht aus, wie die Webseite von Paypal. Erkennbar ist die Phishing Attacke nur an der "Url" in der Eingabezeile des Browsers. Der Link leitet auf eine Seite "privatkunden.de-web3432.pw" weiter und nicht auf die Originaldomain paypal.com. Phishing Attacken sind daran immer erkennbar. Ein forensisch arbeitendes Antivierenprogramm solle vor solchen Links deutlich warnen.


    Die präparierte Webseite besteht aus mehreren Unterseiten. Als erstes wird eine Log In Seite aufgerufen. Hier - für Paypal ungewöhnlich - werden Nutzername und Passwort untereinander abgefragt. Bei Paypal wird mittels Script erst der Nutzername abgefragt und kontrolliert. Erst einem zweiten Schritt wird auf der selben Seite das Passwort vom Nutzer verlangt. Im Beispiel fehlte dieser Prozess. Auffallend war hier, dass man jeden Stuß eingeben konnte und immer auf die nächste Unterseite weitergeleitet wurde. Es gabe keinerlei Fehlermeldungen.


    Auf der nächsten Unterseite werden der Name und die Anschrift abgefragt. Die Daten werden dann unter anderem für Bestellungen in Online Shops oder zur Erstellung neuer Kundeaccounts mißbracht. Nachdem das Opfer auch diese Felder ausgefüllt hat und auf weiter klickt, werden die Bank- und Kreditkartendaten abgefragt. Diese Daten werden genutzt, um die Konten abzuräumen oder anderweitig zu mißbrauchen. Die Eingegbenen Daten werden mittels Script oft in Datenbanken oder in csv Dateien abgespeichert. Die meisten Hacker verschlüsseln weder den Zugriff auf die Dateien, noch verhindern sie den Zugriff darauf mittels Passwort.


    Phishing erfüllt mehrere Straftatbestände, unter anderem wegen des

    • Versands der Spam-Mails § 269 StGB,
    • Erstellen der Phishing-Website § 269 StGB, §§ 143, 143a MarkenG bzw. §§ 106 ff. UrhG, wenn markenrechtlich bzw. urheberrechtlich geschützte Kennzeichen oder Bezeichnungen verwendet.
    • anschließende Datenverwendung § 202a StGB strafbar, Zugang zu den Konto- und Depotinformationen
    • Verwendung der Daten für Onlineüberweisung nach § 263a StGB und §§ 269, 270 StGB

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